Um vom Erfolg der Fastenkur zu profitieren und das Fasten gesund zu beenden, ist das richtige Verhalten beim Fastenbrechen sehr wichtig.
Das Fasten ist eine wertvolle Erfahrung für Körper, Geist und Seele. Doch mindestens genauso wichtig wie die Fastentage selbst ist der Moment, an dem du dein Fasten beendest: das Fastenbrechen. Viele unterschätzen diesen Schritt – dabei entscheidet er maßgeblich darüber, wie nachhaltig und angenehm deine Fastenerfahrung verläuft.
In diesem Beitrag erfährst du, was Fastenbrechen genau bedeutet, warum deine Ernährung dabei eine so große Rolle spielt und welche Lebensmittel und Getränke sich besonders eignen. Außerdem bekommst du praktische Tipps für die ersten Aufbautage.
Was bedeutet Fastenbrechen?
Das Fastenbrechen ist der Übergang von der Zeit ohne feste Nahrung zurück zur normalen Ernährung. Dein Verdauungssystem hat während des Fastens eine Pause eingelegt, der Stoffwechsel ist auf Sparflamme gelaufen und dein Körper hat sich ganz auf Regeneration und Reinigung konzentriert.
Sobald du wieder mit dem Essen beginnst, braucht dein Magen-Darm-Trakt Zeit, um die Verdauungsarbeit langsam und schonend hochzufahren. Fastenbrechen heißt also: Deinem Körper mit Bedacht den Wiedereinstieg ins Essen zu ermöglichen.
Warum ist es so wichtig, beim Fastenbrechen auf die Ernährung zu achten?
Vielleicht spürst du nach dem Fasten großen Hunger oder Lust auf bestimmte Speisen. Gegen Heißhunger findest du im verlinkten Beitrag einige Tipps. Denn Vorsicht: Ein zu schneller oder schwerer Wiedereinstieg kann den Körper überfordern. Mögliche Folgen sind Bauchschmerzen, Blähungen, Völlegefühl oder Kreislaufprobleme.
Wenn du die ersten Mahlzeiten jedoch achtsam auswählst, unterstützt du:
- eine sanfte Aktivierung der Verdauung
- die Fortsetzung der Entgiftung
- ein stabiles Energiegefühl ohne Beschwerden
- eine nachhaltige Wirkung deiner Fastenkur

Kleiner Merksatz:
Die Art und Weise des Fastens beeinflusst den Körper – aber das richtig durchgeführte Fastenbrechen entscheidet, wie lange du davon profitierst.
Welche Lebensmittel und Getränke eignen sich zum Fastenbrechen?
Traditionell wird das Fasten oft mit einem Apfel gebrochen. Er ist leicht verdaulich, regt die Verdauungssäfte an und liefert frische Vitamine. Du kannst ihn z. B. roh (evtl. in etwas Wasser zu grobem „Mus“ gehackt), gedünstet oder zu feinem Apfelmus püriert essen.
Viele wertvolle Inhaltsstoffe stecken in der Schale – deshalb diese möglichst dranlassen. So kommst du am besten in den Genuss der im Apfel enthaltenen Nährstoffe, wie beispielsweise die Vitamine A und C, Kalium, Kalzium und Eisen. Außerdem ist das Obst sehr ballaststoffreich.
Weitere gute Möglichkeiten für die erste Mahlzeit:
- Gedünstetes Gemüse (z. B. Karotten, Zucchini, Fenchel)
- Milchsauer vergorenes Gemüse (z. B. Sauerkraut in kleinen Mengen)
- Frische Früchte wie Birnen oder Beeren, vorzugsweise gedünstet
- Gemüsebrühe oder leichte Gemüsesuppe
- Hafer- oder Dinkelbrei mit etwas gedünstetem Obst
- Pseudogetreide wie Quinoa mit Gemüse
Zum Trinken eignen sich:
- stilles Wasser
- milde Kräutertees (z. B. Fenchel, Kamille)
- verdünnte Obst- oder Gemüsesäfte

Folgende Lebensmittel meiden:
Beim Fastenbrechen bitte zunächst Finger weg von Kaffee, Alkohol, Süßigkeiten, fettreichen Speisen oder Fleisch – das wäre ein zu großer Schock für die Verdauung und würde den Darm sowie die anderen Verdauungsorgane zu sehr belasten.
Ernährung in den Aufbautagen
Die Aufbautage sind im Grunde genauso wichtig wie die Fastentage selbst. Denn während der Fastenkur hat sich die Zusammensetzung deiner Darmflora (Darmmikrobiom) verändert und diese muss sich nun an die künftige Ernährungsweise anpassen. Je schonender dieser Vorgang verläuft, desto besser. Denn eine gesunde Darmflora ist essentiell für ein funktionierendes Immunsystem. Hinzu kommt, dass nach der Fastenzeit neue Mitochondrien (das sind die Energiekraftwerke in deinen Zellen) in den Nervenzellen und weiteren Körperzellen gebildet werden. Auch dieser Regenerationsprozess wird durch die Aufbautage unterstützt.
Beginnst du statt des schonenden Aufbaus gleich wieder mit zu viel und/oder der falschen Nahrung, kann es zu Verdauungsproblemen, Übelkeit und Erbrechen kommen. Also auch wenn der Appetit auf eine Pizza oder eine Portion Pommes groß ist – vermeide diese Speisen in der Zeit der Aufbautage (und möglichst auch später so gut es geht 😊).
Die Anzahl der Aufbautage richtet sich nach der Länge der Fastenkur. Plane mindestens ein Drittel der Fastendauer für die Aufbauzeit ein. Hast du also 6 Tage gefastet, solltest du dir 2 bis 3 Aufbautage gönnen. So vermeidest du Beschwerden und unterstützt deine Verdauung dabei, sanft wieder in Schwung zu kommen.
Empfehlungen für diese Zeit:
- Tag 1: Leichte Kost, kleine Portionen, viel Gemüse und Obst, am besten gegart; möglich sind auch Naturjoghurt oder Magerquark
- Tag 2: Ergänze Getreidebrei, Kartoffeln oder Reis, dazu mild gewürzte Gemüsegerichte
- Tag 3: Langsam Milchprodukte, Hülsenfrüchte und/oder etwas hochwertiges Pflanzenöl hinzufügen
- Ab Tag 4: Schrittweise Rückkehr zur normalen Ernährung – im besten Fall bewusst, vollwertig und nicht zu üppig
Tipps für dein Fastenbrechen
- Nimm dir Zeit: Iss bewusst und langsam – dein Körper soll spüren, dass er wieder Nahrung erhält.
- Kau gründlich: Schon im Mund beginnt die Verdauung.
- Starte mit kleinen Portionen: Lieber öfter kleine Mahlzeiten statt zu viel auf einmal.
- Achte auf dein Bauchgefühl: Dein Körper sagt dir, was er verträgt und was nicht.
- Vermeide Genussfallen: Kaffee, Alkohol, Süßes oder fette Speisen sollten erst nach einigen Tagen wieder ihren Platz haben.
- Bewusste Ernährung: Nutze diese Zeit, um – wenn notwendig – deine Ernährung umzustellen und vor allem mehr frische, natürliche sowie pflanzliche Lebensmittel auf den Speiseplan zu setzen.

Wie wird richtig gekaut?
In Anlehnung an das Kautraining bei der Mayr-Kur geht es ums „Schmauen“ – eine Zusammensetzung aus schmecken und kauen: Zuerst wird im Mund etwas Speichel gesammelt und dann ein Bissen bzw. ein Happen in den Mund genommen. Anschließend 30 bis 50 Mal gut kauen, damit sich die Nahrung durch weiteren Speichelfluss verflüssigt (evtl. mit etwas Flüssigkeit nachhelfen). Den Nahrungsbrei möglichst in mehreren Schlucken herunterschlucken, das fördert Speichelfluss und Geschmacksempfinden. Nach dem Schlucken leicht aus- und wieder einatmen – so wird der Geruch und damit auch der Geschmack der Nahrung besser wahrgenommen.
Unser Fazit
Fastenbrechen ist der Schlüssel für nachhaltigen Erfolg. Es bedeutet nicht einfach, wieder zu essen – sondern bewusst in die nächste Phase deiner Fastenerfahrung einzutreten. Wenn du deinem Körper jetzt Ruhe, leichte Kost und Aufmerksamkeit schenkst, wirst du mit einem stabilen Energielevel, Wohlbefinden und anhaltender Leichtigkeit belohnt. Und auch nach dem Fasten – wenn du wieder komplett im Alltag angekommen bist – kannst du mit dem richtigen Verhalten für mehr Lebensqualität und ein dauerhaftes Wohlgefühl sorgen.
👉 Denk daran: Fasten ist ein Prozess – und das korrekte Fastenbrechen macht ihn rund.


