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Studie: Fasten beeinflusst deinen gesamten Körper

Andrea Chiappa
Autor/in
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Eine internationale Forschung zeigt, wie tiefgreifend Fasten den menschlichen Organismus verändert und stärkt.

Du fastest oder denkst darüber nach, es zu tun? Dann gibt es jetzt gute Nachrichten aus der Wissenschaft: Eine neue internationale Studie zeigt, wie sich längeres Fasten positiv auf deinen Körper auswirkt. Es wird dabei von sogenannten systemischen Veränderungen des Körpers gesprochen. Was genau dabei in dir passiert, wie dein Körper mit mehreren Tagen ohne Nahrung umgeht und warum Proteine dabei eine wichtige Rolle spielen, erfährst du hier – kompakt, verständlich und wissenschaftlich fundiert.

Was wurde in der Studie gemacht?

Die internationale Studie wurde durchgeführt vom Berlin Institute of Health in der Charité (BIH), der Norwegian School of Sports Sciences und dem Precision Healthcare University Research Institute (PHURI) der Queen Mary University of London. Dabei begleiteten die Forscher 12 gesunde Teilnehmer (5 Frauen, 7 Männer), die 7 Tage lang fasteten – und zwar reines Wasserfasten durchführten.

Während dieser Zeit wurden regelmäßig Blutproben genommen, um die Konzentration von rund 3.000 Proteinen im Blut der Teilnehmer zu analysieren. Die gemessenen Ergebnisse wurden von den Wissenschaftlern mit großen genetischen Studien verglichen. Das sollte Aufschluss darüber geben, welchen Einfluss bestimmte veränderte Proteine auf die Gesundheit haben. 

Wie die Studienleiterin sagt, ist noch nicht viel Konkretes darüber bekannt, welche Abläufe dafür verantwortlich sind, dass der menschliche Körper tagelang ohne Nahrung auskommt. Noch weniger weiß demnach die Wissenschaft allerdings darüber, welche Auswirkungen das Fasten auf die Gesundheit hat. Genau hierzu hat die Studie nun neue Erkenntnisse gebracht. Denn sie zeigte deutliche Veränderungen im Körper. Für dich bedeutet das: Die Wissenschaft hat jetzt ein deutlich besseres Verständnis davon, was beim Fasten in deinem Körper passiert – und wie du davon profitieren kannst.

Was waren die Ergebnisse die Studie?

Alle Teilnehmer nahmen während der Fastenwoche an Gewicht ab – durchschnittlich waren es 5,7 Kilogramm, davon rund 1,5 Kilogramm Fett. Die Probanden verloren zwar überwiegend Muskel-, Organ- und Bindegewebsmasse. Das konnte aber nach drei Tagen „normaler Ernährung“ wieder rückgängig gemacht werden. Dagegen setzte sich das abgebaute Fett nicht wieder an – eine überaus gute Nachricht! Denn wenn du fastest, möchtest du vermutlich eine Veränderung auf der Waage bemerken. Aber: Der eigentliche Nutzen liegt nicht nur im Abnehmen, sondern in der biologischen „Feinjustierung“, die dein Körper während des Fastens durchläuft.

Denn als neue Erkenntnis aus der Studie zeigte sich nach ungefähr drei Tagen des Fastens, dass sich die Proteinzusammensetzung des Blutes deutlich verändert hatte. Bei jedem dritten der analysierten Eiweiße (= Proteine) stellten die Forscher bemerkenswerte und gut erhaltene Veränderungen fest. Das werteten sie als Zeichen dafür, dass sich der gesamte Körper an die starke Kalorieneinschränkung anpasst – und zwar in allen wichtigen Organen. Diese Anpassungen gingen über einen Gewichtsverlust hinaus und umfassten beispielsweise Veränderungen bei Proteinen, die im Gehirn als stützende Struktur der Neuronen dienen.

Welche Bedeutung haben Proteine für den Menschen?

Damit du die Ergebnisse der Studie besser einordnen kannst, möchten wir dir an der Stelle kurz zeigen, wie wichtig Proteine bzw. Eiweiß im menschlichen Körper sind. Denn sie haben zahlreiche lebensnotwendige Funktionen. Die wichtigsten Aufgaben von Proteinen sind:

  1. Stärkung der Muskeln und Schutz des Muskelgewebes
  2. Versorgung der Körperzellen mit Mineralstoffen und Wasser
  3. Ermöglichung von Bewegung mittels Muskelkontraktion
  4. Energiebereitstellung für den Körper
  5. Auf- und Umbau der Körperzellen sowie von Organen und Geweben
  6. Straffe Haut sowie starke Knochen, Bindegewebe, Nägel und Haare
  7. Transport von zahlreichen Substanzen und Hormonen zu den Zellen
  8. Marker und Antikörper für ein funktionierendes Immunsystem
  9. Unterstützung der Blutgerinnung

Was bedeutet eigentlich „systemische Veränderungen im Körper“?

Weil im Zusammenhang mit der Studie von systemischen Veränderungen im Körper die Rede war, möchten wir dir auch dazu noch einige Infos mitgeben. Wenn Mediziner von systemischen Veränderungen sprechen, meinen sie Prozesse, die nicht auf einen abgegrenzten Bereich oder ein einzelnes Organ beschränkt sind. Vielmehr ist in dem Fall der gesamte menschliche Organismus betroffen. Die systemischen Veränderungen können sowohl negativer als auch – wie im Fall der Studie – positiver Art sein. 

Allgemein sind durch verschiedenste Einflüsse wie regelmäßige körperliche Aktivität, ausgewogene Ernährung oder bestimmte therapeutische Maßnahmen z. B. folgende positive systemische Veränderungen möglich:

  • Gesteigerte körperliche Leistungsfähigkeit 
  • Stärkeres Immunsystem
  • Verbesserte Herz-Kreislauf-Funktion
  • Effektivere Stoffwechselprozesse
  • Höhere Schlafqualität
  • Aktivierte Selbstheilungskräfte
  • Größere Stressresistenz
  • Widerstandsfähigere Psyche
  • Bessere Lebensqualität
  • Vermehrtes Wohlbefinden

Wie kannst du die Ergebnisse künftig für dich nutzen?

Diese Studie öffnet spannende Türen – auch für dich als Fastender. Denn sie liefert die wissenschaftliche Grundlage dafür, Fasten nicht nur als kurzfristige Kur, sondern als aktiven Gesundheitsweg zu nutzen. 

Die Forscher schätzten 212 Proteine, die sich während des Fastens verändert hatten, anhand von etwa 500 Untersuchungsergebnissen ein. Dabei identifizierten sie sowohl positive als auch negative Auswirkungen. Laut den Wissenschaftlern bewirkt das Fasten neben einer Gewichtsabnahme u. a. systemische Reaktionen des Körpers und kann dadurch gezielt für bestimmte Therapien genutzt werden. 

Du siehst: Fasten ist mehr als Verzicht – es ist ein tiefgreifender Reset. Vielleicht interessiert dich eine Fastenkur u. a. zur:

  • Vorbeugung von chronischen Entzündungen
  • Unterstützung bei Stoffwechselerkrankungen
  • Ergänzung einer schulmedizinischen Behandlung
  • Förderung deiner mentalen und körperlichen Balance

Unser Fazit

Wir Experten von den FastenGurus denken: Dein Körper weiß, wie Fasten geht – und er profitiert davon. Du kannst daraus einiges für dich mitnehmen – davon sind wir schon länger überzeugt und durch die beschriebenen Studienergebnisse weiter in unserer Begeisterung für das Fasten bestärkt. Wenn du fastest, aktivierst du jahrtausendealte Überlebensprogramme – und gibst deinem Organismus genau das, was er braucht: Eine Pause, um aufzuräumen und zu regenerieren. 

Wenn du noch nicht weißt, welche Fastenart die beste für dich ist, empfehlen wir dir unseren Fastentyp-Test. Falls du dir eine fachliche und erfahrene Begleitung wünschst, solltest du dich für eine Fastenkur in einem der von uns empfohlenen Fastenhotels entscheiden.

Quellen: 

www.nature.com

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Tipp
Autor/in:
Andrea Chiappa
Andrea Chiappa ist ein leidenschaftlicher Experte für Fasten, Ernährung und Naturheilkunde mit über 25 Jahren Erfahrung. Als diplomierter Oecotrophologe und ärztlich geprüfter Fastenleiter der Deutschen Fastenakademie leitet er den Bereich Ernährung und Diätetik an der Malteser Klinik von Weckbecker. Neben seiner klinischen Tätigkeit ist er Autor zahlreicher Publikationen und bildet Fastenleiter aus. Er betrachtet Fasten als ganzheitlichen Ansatz zur Förderung von Gesundheit, Lebensqualität und Achtsamkeit. Sein Ziel ist es, die vielfältigen Erfahrungen und Wirkungen des Fastens weiterzugeben und es als präventive Gesundheitsmaßnahme zu etablieren.
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