Während einer Fastenkur an heißen Tagen ist es wichtig, ausreichend zu trinken – und zwar das Richtige.
Wenn die Temperaturen steigen, freut sich der Körper über jede Möglichkeit zur Abkühlung. Gleichzeitig stellt die Sommerhitze ihn jedoch vor einige Herausforderungen. Durch das Schwitzen verliert der Organismus nicht nur Flüssigkeit, sondern auch wichtige Mineralstoffe. Wenn du fastest, solltest du diesem Thema besondere Aufmerksamkeit schenken. Während der Nahrungskarenz fällt ein Teil der Flüssigkeitszufuhr weg, die normalerweise über Obst, Gemüse oder andere wasserreiche Lebensmittel erfolgt. Ausreichendes Trinken ist daher beim Fasten besonders wichtig – und an heißen Tagen sogar unverzichtbar.
Doch welche Getränke eignen sich während des Fastens am besten? Und welche solltest du besser meiden? In diesem Beitrag erfährst du, warum der Flüssigkeitsbedarf bei Hitze steigt, weshalb eine gute Hydration während des Fastens so wichtig ist und welche sieben Sommergetränke deinen Körper jetzt optimal unterstützen können.
Warum Hitze den Flüssigkeitsbedarf erhöht
Der menschliche Körper besteht zu einem großen Teil aus Wasser. Je nach Alter und Körperzusammensetzung macht Wasser etwa 50 bis 70 Prozent des Körpergewichts aus. Die Flüssigkeit erfüllt zahlreiche lebenswichtige Aufgaben: Sie transportiert Nährstoffe und Sauerstoff zu den Zellen, unterstützt den Stoffwechsel, reguliert die Körpertemperatur und hilft dabei, Stoffwechselprodukte über die Nieren auszuscheiden.
Gerade bei hohen Temperaturen läuft die körpereigene Temperaturregulation auf Hochtouren. Damit die Körperkerntemperatur möglichst konstant bei etwa 37 Grad Celsius bleibt, aktiviert der Organismus die Schweißproduktion. Verdunstet der Schweiß auf der Haut, entsteht ein kühlender Effekt, der den Körper vor Überhitzung schützt.
Dieser natürliche Kühlmechanismus hat allerdings seinen Preis: Mit jedem Schweißtropfen verliert dein Körper Flüssigkeit und Mineralstoffe. Besonders Natrium, Kalium und Magnesium werden über den Schweiß ausgeschieden. Je nach Außentemperatur, körperlicher Aktivität und individueller Veranlagung können an einem heißen Sommertag mehrere Liter Flüssigkeit verloren gehen.
Wird dieser Verlust nicht ausgeglichen, beginnt dein Körper zu reagieren. Das Blut wird etwas zähflüssiger, wodurch das Herz mehr Arbeit leisten muss, um alle Organe ausreichend zu versorgen. Gleichzeitig sinkt das Blutvolumen, was zu Kreislaufproblemen führen kann. Erste Anzeichen eines Flüssigkeitsmangels sind häufig Durst, Konzentrationsschwierigkeiten, Müdigkeit oder Kopfschmerzen.
Auch deine Nieren sind auf ausreichend Flüssigkeit angewiesen. Sie filtern Schadstoffe und Stoffwechselprodukte aus dem Blut und scheiden diese über den Urin aus. Fehlt Wasser, können sie diese Aufgabe nur eingeschränkt erfüllen. Der Urin wird dunkler und konzentrierter, während die Ausscheidung abnimmt.

Wichtiger Tipp:
An heißen Tagen ist es besonders wichtig, regelmäßig zu trinken und den Flüssigkeitshaushalt im Blick zu behalten. Dies gilt für alle Menschen – für Fastende jedoch in besonderem Maße.
Warum ausreichendes Trinken beim Fasten besonders wichtig ist
Während des Fastens nimmt dein Körper keine oder nur sehr wenig Nahrung auf. Dadurch entfällt auch ein Teil der Flüssigkeitszufuhr, die normalerweise über Lebensmittel erfolgt. Gleichzeitig laufen viele wichtige Stoffwechselprozesse weiter, sodass der Organismus weiterhin ausreichend Wasser benötigt. Besonders wichtig ist ausreichendes Trinken beim Fasten aus folgenden Gründen:
- Ausgleich fehlender Flüssigkeit aus Lebensmitteln: Obst, Gemüse, Suppen oder andere Speisen enthalten oft große Mengen Wasser. Während des Fastens fällt diese zusätzliche Flüssigkeitsquelle weg.
- Unterstützung der Stoffwechselprozesse: Auch während einer Fastenkur arbeitet dein Stoffwechsel kontinuierlich weiter. Wasser wird für zahlreiche biochemische Prozesse benötigt.
- Förderung der Ausscheidung: Stoffwechselprodukte werden unter anderem über die Nieren ausgeschieden. Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr unterstützt diesen natürlichen Prozess.
- Stabilisierung des Kreislaufs: Fastende reagieren mitunter empfindlicher auf Hitze oder plötzliche Lagewechsel. Genügend Flüssigkeit kann dir helfen, Kreislaufbeschwerden vorzubeugen.
- Vorbeugung von Kopfschmerzen: Zu wenig Flüssigkeit gehört zu den häufigsten Ursachen für Kopfschmerzen während des Fastens.
- Unterstützung des Wohlbefindens: Wenn du ausreichend trinkst, fühlst du dich leistungsfähiger, konzentrierter und ausgeglichener.
- Ausgleich von Flüssigkeitsverlusten durch Hitze: Im Sommer steigt der Bedarf zusätzlich, da dein Körper mehr schwitzt und entsprechend mehr Wasser verliert.
Die 7 besten Sommergetränke beim Fasten
1. Wasser mit Minze und Gurke
Dieses Getränk sorgt für eine natürliche Erfrischung, ohne Kalorien oder Zucker zu liefern. Gurke besteht zu einem großen Teil aus Wasser und verleiht dem Getränk eine angenehm frische Note. Minze wird traditionell wegen ihrer kühlenden Wirkung geschätzt und macht das Wasser geschmacklich abwechslungsreicher. Gerade während des Fastens kann dir das helfen, ausreichend zu trinken.
Rezept: 1 Liter stilles oder leicht sprudelndes Wasser mit einigen Gurkenscheiben und einer Handvoll frischer Minzblätter versetzen. Für mindestens 30 Minuten ziehen lassen.
2. Mineralwasser mit hohem Mineralstoffgehalt
Durch starkes Schwitzen verliert der Körper nicht nur Wasser, sondern auch Mineralstoffe. Mineralwasser kann dazu beitragen, diese Verluste teilweise auszugleichen. Besonders an sehr heißen Tagen oder nach körperlicher Aktivität kann ein mineralstoffreiches Wasser eine sinnvolle Wahl sein.
Rezept: Einfach gut gekühlt genießen, aber möglichst nicht eiskalt. Beim Kauf achte auf einen höheren Gehalt an Mineralstoffen wie Magnesium, Calcium oder Natrium.
3. Pfefferminztee (kalt oder warm)
Pfefferminze enthält ätherische Öle, insbesondere Menthol. Dieses vermittelt ein angenehm frisches Gefühl und wird von vielen Menschen als kühlend empfunden. Kalter Pfefferminztee ist daher ein beliebtes Sommergetränk, während warmer bzw. lauwarmer Tee die Flüssigkeitsaufnahme ebenfalls unterstützen kann.
Rezept: 2 bis 3 Teelöffel frische oder getrocknete Pfefferminzblätter mit heißem Wasser übergießen und etwa 10 Minuten ziehen lassen. Anschließend warm trinken oder abkühlen lassen und gekühlt genießen.
4. Zitronenwasser
Zitronen enthalten unter anderem Vitamin C sowie verschiedene Pflanzenstoffe. Vor allem sorgt die leichte Säure für einen frischen Geschmack, der vielen Menschen das Trinken erleichtert. Wenn du reines Wasser auf Dauer langweilig findest, erhältst du mit Zitronenwasser eine einfache und natürliche Alternative.
Rezept: Den Saft einer halben Zitrone in einen Liter Wasser geben und gut umrühren.
5. Ingwerwasser
Ingwer enthält wertvolle sekundäre Pflanzenstoffe, darunter Gingerole. Viele Menschen schätzen Ingwer aufgrund seiner wohltuenden Wirkung auf Magen und Verdauung. Das würzige Aroma sorgt außerdem für geschmackliche Abwechslung während deiner Fastenphase.
Rezept: Ein etwa zwei bis drei Zentimeter großes Stück frischen Ingwer in Scheiben schneiden und mit einem Liter heißem Wasser übergießen. Nach dem Abkühlen kannst du das Getränk kalt bzw. in Zimmertemperatur genießen.
6. Ungesüßter Kräutertee
Ungesüßte Kräutertees bieten Vielfalt und unterstützen die Flüssigkeitsaufnahme. Jede Kräuterart bringt ihr eigenes Aroma mit. Besonders an heißen Tagen können gekühlte Kräutertees eine angenehme Alternative zu reinem Wasser darstellen.
Rezept: Je nach Geschmack Kräuter wie Kamille, Fenchel, Melisse, Salbei oder Zitronenverbene mit heißem Wasser aufgießen und ziehen lassen. Anschließend warm oder kalt trinken.
7. Verdünnte Gemüsebrühe oder Basensuppe (bei bestimmten Fastenformen)
Bei einigen Fastenmethoden, beispielsweise dem klassischen Buchinger-Fasten, gehört Gemüsebrühe traditionell zum Fastenprogramm. Sie liefert geringe Mengen Mineralstoffe und kann insbesondere bei Hitze oder Kreislaufproblemen als wohltuend empfunden werden. Ob Gemüsebrühe erlaubt ist, hängt jedoch von der jeweiligen Fastenform ab.
Rezept: Eine selbst zubereitete Basensuppe oder hochwertige Gemüsebrühe mit zusätzlichem Wasser verdünnen und lauwarm genießen.

Wie wird eine Basensuppe zubereitet?
Für die Basensuppe wird Bio-Suppengemüse, Kohl, Stangensellerie und weiteres Gemüse benötigt – das Rezept findest du hier. Entscheidend bei einer Basensuppe ist, dass du das gekochte Gemüse vor dem Verzehr bzw. Trinken herausnimmst.
Getränke, die Fastende meiden sollten
Nicht jedes Getränk eignet sich während einer Fastenphase. Einige können den Fastenerfolg beeinträchtigen oder den Körper bei Hitze zusätzlich belasten. Deshalb solltest du folgende Getränke während dieser Zeit meiden:
- Limonaden und Softdrinks: Sie enthalten meist große Mengen Zucker und Kalorien und unterbrechen in der Regel das Fasten.
- Gesüßte Eistees: Auch sie liefern häufig erhebliche Mengen Zucker und bieten kaum gesundheitlichen Mehrwert.
- Fruchtsäfte in größeren Mengen: Selbst naturbelassene Säfte enthalten viel Fruchtzucker. Wenn du fastest, solltest du sie je nach Fastenmethode meiden, ihre Einnahme verringern oder nur stark verdünnt konsumieren. Natürlich bildet beispielsweise das Saftfasten hier eine Ausnahme.
- Energydrinks: Sie enthalten häufig Zucker, Koffein und weitere stimulierende Inhaltsstoffe, die den Kreislauf belasten können.
- Alkoholische Getränke: Alkohol fördert unter anderem die Flüssigkeitsausscheidung und kann dadurch die Gefahr einer Dehydration erhöhen.
- Stark gesüßte Kaffeegetränke: Zucker, Sirup oder Sahne machen aus einem Getränk schnell eine kalorienreiche Mahlzeit. Wenn du Kaffee trinkst, solltest du ihn möglichst schwarz und ungesüßt genießen – sofern dies zur gewählten Fastenmethode passt.
Warnsignale für Flüssigkeitsmangel
Dein Körper sendet in der Regel frühzeitig Signale, wenn ihm Wasser fehlt. Das bekannteste Warnzeichen ist natürlich Durst. Allerdings ist Durst bereits ein Hinweis darauf, dass der Organismus zusätzliche Flüssigkeit benötigt. Gerade ältere Menschen nehmen dieses Signal manchmal weniger stark wahr, weshalb regelmäßiges Trinken besonders wichtig ist.
Zu den ersten Anzeichen eines Flüssigkeitsmangels gehören häufig Müdigkeit, Konzentrationsprobleme und nachlassende Leistungsfähigkeit. Viele Fastende berichten außerdem über Kopfschmerzen, die nicht selten auf eine zu geringe Flüssigkeitszufuhr zurückzuführen sind. Auch Schwindel oder Kreislaufbeschwerden können auftreten, insbesondere beim schnellen Aufstehen.
Ein weiterer wichtiger Hinweis ist die Urinfarbe. Ist der Urin sehr dunkel und wird nur selten ausgeschieden, kann dies auf einen Flüssigkeitsmangel hindeuten. Normalerweise sollte der Urin eher hellgelb sein. Mögliche Warnsignale sind unter anderem:
- Ausgeprägter Durst
- Kopfschmerzen
- Müdigkeit und Erschöpfung
- Konzentrationsschwierigkeiten
- Schwindelgefühle
- Trockener Mund
- Dunkel gefärbter Urin
- Verminderte Urinmenge
- Kreislaufprobleme

Achtung:
Wenn du die oben geschilderten Symptome bemerkst, solltest du zeitnah ausreichend trinken und körperliche Anstrengungen möglichst reduzieren. Bei starken Beschwerden oder anhaltenden Kreislaufproblemen kann eine medizinische Abklärung sinnvoll sein.
Unser Fazit
Fasten und Sommerhitze können grundsätzlich gut miteinander vereinbar sein – vorausgesetzt, die Flüssigkeitszufuhr stimmt. Da der Körper bei hohen Temperaturen verstärkt schwitzt und gleichzeitig während des Fastens weniger Flüssigkeit über die Nahrung erhält, gewinnt regelmäßiges Trinken noch stärker an Bedeutung. Wasser bleibt dabei die wichtigste Grundlage.
Mit erfrischenden Alternativen wie Wasser mit Minze und Gurke, Zitronen- bzw. Ingwerwasser, Kräutertees oder Pfefferminztee lässt sich die tägliche Trinkmenge abwechslungsreich gestalten. Wenn du zudem auf zuckerhaltige Getränke verzichtest und auf Warnsignale eines Flüssigkeitsmangels achtest, schaffst du gute Voraussetzungen für eine angenehme und erfolgreiche Fastenzeit – selbst an den heißesten Tagen des Jahres.


